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Studie · 28.03.2025

Studie zur Dun­kel­flau­te: Ver­sor­gungs­si­cher­heit durch Tech­no­lo­gie­of­fen­heit

Zusammenfassung

Dunkelflauten sind kein Randphänomen, sondern eine regelmäßige Herausforderung für das Stromsystem. Die Studie zeigt, dass Versorgungssicherheit nicht über politische Technologievorgaben, sondern am besten über eine intelligente Kombination aus Speichern, flexiblen Lasten und regelbaren Kraftwerken gelingt. Eine marktwirtschaftliche, technologieoffene Absicherungspflicht würde Innovation und Effizienz fördern und teure Kapazitätsmärkte sowie Subventionen für fossile Gaskraftwerke überflüssig machen.

Versorgungssicherheit entsteht nicht durch politische Technologievorgaben, sondern durch einen fairen Wettbewerb um die besten Lösungen. Die Kurzstudie der KlimaUnion gGmbH, durchgeführt von con|energy consult, zeigt, dass Dunkelflauten kein Randphänomen sind, sondern regelmäßig auftreten. Je nach Definition kommt es zu wenigen oder mehreren Ereignissen pro Jahr, die zum Teil erhebliche Dauer- und Leistungsanforderungen mit sich bringen. Gleichzeitig steigen durch Elektrifizierung und Klimaneutralität die Anforderungen an ein resilientes Stromsystem weiter an.

Die Analyse macht deutlich, dass eine sichere Stromversorgung in Zeiten von Dunkelflauten am effizientesten durch eine Vielfalt technologischer Optionen gewährleistet werden kann. Neben klassischen Lösungen wie Batteriespeichern, Pumpspeichern sowie Biomasse- und H₂-Kraftwerken gewinnen insbesondere dezentrale Flexibilitäten zunehmend an Bedeutung. Wärmepumpen, Elektrofahrzeuge und intelligentes Lastmanagement können durch gezielte Steuerung einen wesentlichen Beitrag zur Stabilisierung des Systems leisten und die Residuallast wirksam reduzieren.

Entscheidend ist dabei nicht die Festlegung auf einzelne Technologien, sondern die intelligente Kombination ihrer jeweiligen Stärken. Die Studie zeigt, dass weder der Ausbau einzelner Erzeugungsarten noch starre Kapazitätsvorgaben eine ausreichende Antwort auf die Herausforderung darstellen. Stattdessen wird ein System benötigt, das Flexibilität, Innovation und Kosteneffizienz gleichermaßen ermöglicht.

Eine marktwirtschaftliche Absicherungspflicht stellt hierfür das überzeugendste Modell dar. Sie verpflichtet Stromversorger technologieoffen zur Sicherstellung ihrer Lieferfähigkeit und setzt gezielt Anreize für Investitionen in die effizientesten Lösungen. Auf diese Weise entsteht ein Wettbewerb um die kostengünstigste und verlässlichste Absicherung, sei es durch Speicher, flexible Lasten oder regelbare Kraftwerke.

Ein solcher Ansatz würde nicht nur die Notwendigkeit staatlich geförderter fossiler Gaskraftwerke und komplexer Kapazitätsmärkte deutlich reduzieren, sondern auch Investitionssicherheit schaffen und Innovation beschleunigen. Gleichzeitig erhöht er die Resilienz des Energiesystems, da Risiken breiter gestreut und Abhängigkeiten von einzelnen Technologien oder Importen verringert werden.

Das Ergebnis ist ein System, das Versorgungssicherheit schneller, kosteneffizienter und krisenfester gewährleistet. Technologieoffenheit ist dabei keine Option, sondern die zentrale Voraussetzung für eine erfolgreiche Energiewende.